Irish Dry Stout
Tiefschwarz, trocken und röstbetont – ein irischer Dry Stout mit feiner Kaffeebittere, cremigem Schaum und überraschend leichtem Körper.
- Stammwürze
- 10,5 °P
- Alkohol
- ca. 4,2 % vol.
- Bittere
- 28 IBU
- Farbe
- Tiefschwarz mit rubinfarbenem Glanz (ca. 90 EBC)
- Gärzeit
- 2–3 Wochen
- Schwierigkeit
- Einsteiger
Der Irish Dry Stout ist die eleganteste Täuschung der Bierwelt: Er sieht dunkel und schwer aus, ist aber mit nur 4,2 % Alkohol eines der leichteren Biere überhaupt. Das Geheimnis liegt in der Röstgerste – ungemälzte Gerstenkörner, die bei über 200 °C geröstet werden und dem Bier seine charakteristische tiefdunkle Farbe, den Kaffee- und Schokoladen-Charakter sowie eine trockene, herbe Note verleihen. Ein cremiger, stabiler Schaum und ein trockener Abgang machen diesen Stil zu einem der ausgewogensten überhaupt.
Zutaten für 20 Liter
Schüttung
| Malz | Menge | Anteil |
|---|---|---|
| Pale Ale Malz | 3,2 kg | 80 % |
| Röstgerste (ungemälzt) | 0,45 kg | 11 % |
| Gerstenflocken (Flaked Barley) | 0,35 kg | 9 % |
| Gesamt | 4,0 kg |
Wichtig: Röstgerste (Roasted Barley) ist ungemälzt – das unterscheidet den Dry Stout von anderen dunklen Bieren und ist entscheidend für den trockenen, kaffeeartigen Charakter. Gerstenflocken geben dem Bier seinen cremigen Körper und die typisch stabile Schaumkrone.
Hopfen
| Hopfen | Menge | Alpha | Zeitpunkt | IBU |
|---|---|---|---|---|
| Northern Brewer | 35 g | 8,5 % | 60 min | ~28 |
Der Hopfen tritt im Stout geschmacklich in den Hintergrund – er dient hauptsächlich der Bitterungsbalance gegen die Röststoffe.
Hefe
- Empfehlung: Fermentis Safale S-04 (Trockenhefe, sauber, leicht fruchtiger Touch)
- Alternativ flüssig: Wyeast 1084 Irish Ale oder White Labs WLP004
Wasser
| Menge | |
|---|---|
| Hauptguss | 12,5 L |
| Nachgüsse | 10,0 L |
Wasserchemie: Weiches bis mittelhartes Wasser. Chlorid erhöhen (100–150 mg/L) für Vollmundigkeit. Dublin-Wasser ist bicarbonatreich – wer authentisch brauen möchte, kann Natriumbicarbonat zugeben.
Brauparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Ziel-Stammwürze | 10,5 °P |
| Ziel-Restextrakt | ca. 2,0 °P |
| Vergärungsgrad | ca. 81 % |
| Bittere | 28 IBU |
| Farbe | ca. 90 EBC |
| Kochdauer | 60 min |
| Anstelltemperatur | 18–20 °C |
Maischprogramm
| Rast | Temperatur | Dauer | Zweck |
|---|---|---|---|
| Hauptrast | 68 °C | 60 min | Guter Körper bei vollständiger Vergärbarkeit |
| Abmaischen | 76 °C | 10 min |
Die Röstgerste enthält keine Enzyme – sie trägt nur Farbe und Aroma bei. Alle enzymatischen Prozesse übernimmt das Pale Ale Malz.
Gärung & Reifung
Hauptgärung: 5–7 Tage bei 18–20 °C. Die irische Ale-Hefe vergärt sauber und effizient.
Reifung: 10–14 Tage bei 12–15 °C. Das Stout klärt sich und die Röststoffe runden sich harmonisch ab.
Abfüllung: Mit 6 g Zucker pro Liter abfüllen. In Irland wird Guinness mit Stickstoff ausgeschenkt – im Heimbrauereibereich ist das zwar möglich (Nitro-Zapfanlage), aber nicht notwendig. CO₂-karbonisiert ist ein Dry Stout ebenfalls hervorragend.
Tipps
- Das fertige Bier ist trotz seiner Farbe erstaunlich leicht und erfrischend – ideal für Einsteiger, die sich trauen wollen.
- Röstgerste sparsam dosieren: Mehr als 15 % der Schüttung erzeugt eine unangenehm scharfe, adstringierende Röststoffe-Note.
- Wer ein milderes Röstaroma möchte (mehr Schokolade, weniger Kaffeebitter), ersetzt einen Teil der Röstgerste durch Schokoladenmalz (Chocolate Malt).
- Stout verbessert sich mit etwas Lagerzeit – nach 4 Wochen ist es deutlich runder als frisch abgefüllt.